Electronic Invoice

Was Sie über E-Invoicing wissen sollten

Das Thema E-Invoicing ist in aller Munde. Digitalisierte Rechnungsprozesse versprechen enorme Kosteneinsparungen zwischen 60 und 80 Prozent im Vergleich zum papierbasierten Rechnungsprozess. Als positive Nebeneffekte werden Erfassungsfehler reduziert, Durchlaufzeiten verkürzt und Skontoerträge gesteigert. Außerdem wird E-Invoicing vermehrt gesetzlich verpflichtend (z.B. europäische Richtlinie 2014/55/EU).

Doch was genau ist eine elektronische Rechnung, was sind die Herausforderungen beim E-Invoicing, welche Bestandteile sollte eine E-Invoicing-Lösung haben und was ist eigentlich PEPPOL? Diese und weitere Fragen beantwortet der nachfolgende Leitfaden zum Thema E-Invoicing.

1. Was ist eine elektronische Rechnung?

Es ist nicht sehr effizient, eine digitale Rechnung auf Papier zu drucken, zu kuvertieren, zu frankieren und zu versenden – nur um sie vom Empfänger manuell erfassen und wieder digitalisieren zu lassen, bevor sie schließlich gebucht und bezahlt werden kann.

Ein solcher Prozess ist komplex und teuer und nicht sehr umweltfreundlich (Papier, Transport). Dies wurde auch vom Gesetzgeber erkannt und am 01. Juli 2011 wurde die elektronische Rechnung der Papierrechnung gleichgestellt. Seitdem können elektronische Rechnungen auch ohne elektronische Signatur und zum Beispiel einfach per E-Mail verschickt werden.

Doch welche Formen und Arten der E-Rechnungen gibt es?

Als Reaktion auf die europäische Richtlinie 2014/55/EU definiert der Gesetzgeber eine elektronische Rechnung im Gesetz zur Förderung der elektronischen Verwaltung wie folgt:

 

Eine Rechnung ist elektronisch, wenn

1. sie in einem strukturierten elektronischen Format ausgestellt, übermittelt und empfangen wird und
2. das Format die automatische und elektronische Verarbeitung der Rechnung ermöglicht.

Quelle: §4a Abs. 2 EGovG

 

Der einfache Versand von Rechnungen als PDF-Dateien erfüllt diese Anforderungen nicht, da die Empfänger die bildlichen PDF-Dateien nicht automatisch verarbeiten können. Stattdessen erwarten Empfänger, dass elektronische Rechnungen in einem strukturierten Format vorliegen, das sie maschinell lesen können.

Strukturierte Rechnungsformate in ihrer reinen Form, so genannte EDI-Daten (EDI = Electronic Data Interchange), sind für den Menschen nicht lesbar. Die Empfänger müssen daher zunächst die strukturierten elektronischen Rechnungen für die interne Rechnungsprüfung, Freigabe und anschließende Archivierung visualisieren.

Hybride Rechnungsformate vermeiden diesen Nachteil, indem sie das maschinenlesbar strukturierte Format und die menschenlesbare visuelle Darstellung kombinieren. Technisch kann dies etwa durch die Einbettung einer XML-Struktur in eine PDF-Datei erreicht werden. Die Abbildung zeigt z.B. eine ZUGFeRD-Rechnung, die ein menschenlesbares PDF mit strukturierten Rechnungsdaten im XML-Format enthält.

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2. Digitalisierung mit E-Invoicing – zukunftssicher ins digitale Zeitalter

Prognosen sind schwierig, insbesondere, wenn sie die Zukunft betreffen. Diese Mark Twain zugeschriebene Binsenweisheit gilt natürlich auch für das E-Invoicing, allerdings ist es weniger eine Frage des "Ob" sondern vielmehr des "Wann" die elektronische Rechnungstellung die Papierrechnung auf breiter Front verdrängt haben wird. Die Entwicklung ist jedenfalls eindeutig und die Europäische Kommission hat bereits alles Notwenige getan, um dieser Entwicklung weiter Vorschub zu leisten, indem sie die elektronische Rechnungsstellung nach und nach verpflichtend vorschreibt. Wurden in 2017 noch 70% aller Rechnungen per Papier ausgetauscht und 22% in Form nicht elektronisch weiter verarbeitbarer bildlicher PDF Dateien, so haben sich die Mehrheitsverhältnisse mittlerweile umgekehrt. Mittlerweile beträgt der Anteil der strukturierten und hybriden Rechnungsformate mehr als 50%. Und die Erwartung ist, dass sich dieser Trend ganz klar fortsetzt und der Anteil der Papierrechnungen und bildlichen PDF-Rechnung bis 2021 auf ein Minimum reduzieren wird.

Dabei gehört Deutschland keineswegs zu den Vorreitern in Sachen elektronischer Rechnungsstellung. Im Gegenteil, hier laufen die südlichen Länder wie Italien, Spanien, Kroatien aber auch Ungarn Deutschland bei der Umsetzung der europäische Richtlinie 2014/55/EU den Rang ab. Nichtsdestotrotz wird sich auch in Deutschland die elektronische Rechnung in 2020 und 2021 auf breiter Front durchsetzen und die Unternehmen sind gut beraten, sich zeitnah mit entsprechenden digitalen Lösungen für das E-Invoicing zu rüsten.

  1. Seit 1. Juli 2011 können Rechnungen auch ohne elektronische Signatur per E-Mail oder im E-Invoicing-Verfahren übermittelt werden. Man kann digitale Signatur nutzen, MUSS es aber nicht mehr. Papier- und elektronische Rechnungen sind ab dem 1. Juli 2011 umsatzsteuerrechtlich gleich zu behandeln.
  2. Vorschlag für EU- Richtlinie
  3. 16.04.2014: Richtlinie über elektronische Rechnungsstellung bei öffentlichen Aufträgen
  4. Ab 2018 werden E-Rechnungen an öffentliche Verwaltungen Pflicht (B2G)
  5. Ab 2020 werden E-Rechnungen auch zwischen Unternehmen Pflicht (B2B)

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3. Der größte Treiber zum Thema E-Invoicing ist der Gesetzgeber

Sind Sie Lieferant des öffentlichen Sektors? Ist Ihr Unternehmen international tätig? Wenn Sie eine dieser beiden Fragen mit ja beantworten, ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie entweder bereits heute oder in naher Zukunft elektronische Rechnungen versenden müssen.

Trotz der enormen Einsparungspotenziale durch die Digitalisierung des Rechnungseingangs sowie Rechnungsausgangs ist der Treiber des E-Invoicing der Gesetzgeber.

Die EU-Norm 2014/55 regelt die elektronische Rechnungsstellung bei öffentlichen Aufträgen und verpflichtet über 300.000 öffentliche Administrationen in EU-Ländern ab November 2018/2019 system- wie prozessmäßig fit für das E-Invoicing zu sein. Da typischerweise 45 bis 65 Prozent aller Unternehmen eines Landes Lieferanten des öffentlichen Sektor sind, geht von der besagten EU-Norm eine große Hebelwirkung aufs E-Invoicing aus. Lieferanten von öffentlichen Auftraggebern müssen überwiegend elektronische Rechnungen mit strukturierten Daten stellen.

Immer mehr Staaten fordern E-Invoicing: Die Hauptursache für die wachsende Zahl von Rechnungsstellungs- beziehungsweise E-Invoicing-Vorschriften ist banal: Die Regierungen suchen nach neuen Wegen, ihre Steuergesetze durchzusetzen und mehr fällige Mehrwertsteuer auch einzunehmen. Aus dem VAT GAP Report 2018 entgingen den EU-Mitgliedstaaten in 2016 geschätzt ca. 147,1 Mrd. Euro – oder relativ ausgedrückt 12,3% der insgesamt erwarteten Mehrwertsteuer. Die sogenannte Steuerlücke aus der erwarteten und der tatsächlich eingenommenen Mehrwertsteuer ist damit seit 2015 um ca. 4,4 Mrd. Euro gesunken.

 

Digitalisierung mit E-Invoicing – zukunftssicher ins digitale Zeitalter

 

Aber vor dem Hintergrund angespannter Länderhaushalte und abflachendem Wirtschaftswachstums wird die Motivation in den EU-Mitgliedstaaten, mehr der erwarteten Steuer auch tatsächlich einzunehmen, sicherlich weiter steigen.

Dies gelingt ihnen am einfachsten, indem sie Unternehmen, die innerhalb ihrer Landesgrenzen tätig sind, dazu verpflichten, sämtliche Rechnungen elektronisch bereitzustellen und – wie in einigen Ländern bereits umgesetzt – entweder die ganze Rechnung oder zumindest die darin enthaltenen Umsatzsteuerinformationen elektronisch an die Steuerbehörden in Echtzeit zu melden.

Italien nimmt in Europa durch eine aktuelle Gesetzesänderung eine Vorreiterstellung beim elektronischen Rechnungsaustauch ein: Spätestens seit dem 1. Januar 2019 müssen in Italien alle inländischen Rechnungen in einem definierten elektronischen Format ausgestellt und über ein staatliches Rechnungsportal ausgetauscht werden. In Ungarn ist seit August 2018 die elektronische Umsatzsteuermeldung von ausgehenden Rechnungen unter bestimmten Voraussetzungen zwingend notwendig.

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4. Was sind die Vorteile von E-Invoicing?

Der Hauptvorteil von E-Invoicing liegt im enormen Einsparungspotential, welches die Einführung der elektronischen Rechnungen in Unternehmen mit sich bringt. Druck und Versandkosten fallen weg, Rechnungen können schneller zugestellt werden und Fehler bei der Eingangsrechnungsverarbeitung werden reduziert. Liegt ein Bestellbezug zu einer eingehenden Rechnung vor, kann diese vollautomatisiert verbucht werden. Außerdem verkürzt der Einsatz von E-Invoicing die Zeit von der Rechnungsstellung bis zur Bezahlung und erhöht damit Ihre Liquidität.

Alle Vorteile von E-Invoicing im Überblick:

  • Geringere Kosten & schneller ROI: Mit der Umstellung auf E-Invoicing entfallen 60 bis 80% Ihrer Prozesskosten je Rechnung.
  • Effizientere Prozesse & höhere Compliance: Sorgen Sie für effizientere und transparentere Prozesse bei der Abwicklung Ihrer Rechnungen und halten Sie so gesetzliche Anforderungen besser ein.
  • Mehr Sicherheit: Sicherer Austausch aller Rechnungen durch verschlüsselte Übertragungsverfahren.
  • Besserer Cashflow: Sofortige Zustellung der Rechnungen verkürzt den Zeitraum bis zur Zahlung und verbessert so Ihren Cashflow.
  • Komplette Transparenz & schnelle Buchung: Automatisierte Abwicklung eingehender Rechnungen mit workflowbasierten Freigabeprozessen sorgt für komplette Transparenz und schnellere Buchungen der Rechnungen.

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5. E-Invoicing für den Rechnungsausgang

Erstellung und Versand von Papierrechnungen sind hochgradig manuelle und wenig effiziente Unternehmensprozesse. Diese verursachen hohe Kosten und führen zu Fehlern und Zahlungsverzug.

 

Papier versus digital

 

Ein digitalisierter Rechnungsausgang durch E-Invoicing optimiert diese internen Prozesse, spart Kosten, erhöht die Transparenz der innerbetrieblichen Prozesse und verbessert die Ökobilanz. Unternehmen können dadurch Ihre Kundenbindung verbessern und sich Marktchancen und Wettbewerbsvorteile sichern.

Der Prozess beim digitalen Rechnungsausgang lässt sich vereinfacht in vier Schritte unterteilen: Eingang, Aufbereitung, Portal und Übergabe/Export.

 

E-Invoicing für den Rechnungsausgang

 

Eingang: Nach Erstellung der Rechnungen mit einem ERP-System wird die Ausgangsrechnungen über eine Schnittstelle automatisiert an die E-Invoicing-Lösung für den digitalen Rechnungsausgang übergeben.

Aufbereitung: Je nach E-Invoicing Standard (z.B. ZUGFeRD) werden die empfangenen Rechnungsdaten in das gewünschte Format konvertiert.

Portal: In einer Portalanwendung kann optional das Rechnungsausgangsbuch zentral eingesehen werden und ein revisionssicheres Archiv mit angebunden werden.

Übergabe/Export: Die elektronische Rechnung wird im letzten Schritt zum Beispiel per E-Mail im Anhang oder als gesicherter Downloadlink an den Rechnungsempfänger zugestellt. Ein Anbindung von Rechnungsempfänger per EDI (EDIFACT) ist ebenso ein geläufiger Ansatz.

Durch den Einsatz einer E-Invoicing-Lösung für den Rechnungsausgang werden manuelle Rechnungsausgangsprozesse eliminiert und die Forderungslaufzeit durch die sofortige Zustellung erheblich verkürzt.

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6. E-Invoicing im Rechnungseingang

Durch den Einsatz von E-Invoicing lassen sich eingehende Rechnungen in einem durchgehenden, automatisierten Prozess verarbeiten: von der Erfassung der Rechnungseingänge bis zur abschließenden Buchung.

 

Papier versus digital

 

Der Prozess beim digitalen Rechnungseingang lässt sich vereinfacht in drei Schritte unterteilen: Eingang, Aufbereitung und Bearbeitung.

 

E-Invoicing im Rechnungseingang

 

Eingang: die Rechnungen werden automatisiert über verschiedene Eingangskanäle empfangen.

Aufbereitung: Nach dem Rechnungseingang werden die Rechnungsinhalte in einen internen Standard umgewandelt. Elektronische Rechnungen, welche bereits strukturierte Daten enthalten, werden konvertiert. Eingescannte Papierrechnungen und PDF-Rechnungen werden mittels einer OCR-/Texterkennungs-Software identifiziert und ihre Inhalte extrahiert.

Bearbeitung: Die aufbereiteten Rechnungsdaten werden mit Kreditorstamm-, Bestell- und Wareneingangsdaten des ERP-Systems angereichert und automatisch hinsichtlich Bestellbezug, Mengen- und Preisabweichungen oder landesspezifischen Regeln geprüft. Bestenfalls können Rechnungen automatisch zur Buchung übergeben werden. Alle anderen Rechnungen müssen an einen integrierten Klärungs- oder Freigabeprozess geleitet werden.

Alle Schritte, die eine Rechnung im Prüfungsprozess durchläuft, werden protokolliert, um den gesetzlichen Anforderungen zu genügen (GoBD). Der für die Buchung benötigte Rechnungsinhalt wird zum ERP-System des Kunden übertragen. Die Rechnung, Anlagen im Bearbeitungsprozess, Konvertierungs- und Bearbeitungsprotokolle müssen revisionssicher gemäß geltenden Landesanforderungen archiviert werden.

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7. Globales E-Invoicing

International tätige Unternehmen sind aufgrund staatlicher Vorgaben zunehmend dazu verpflichtet, ihre Rechnungen elektronisch zu erstellen und zu versenden. Doch in jedem Land gelten andere rechtliche Regelungen. Entsprechende E-Invoicing-Regelungen existieren bereits in mehr als 60 Ländern weltweit und ihre Zahl steigt. Daher gestaltet sich der Prozess der elektronischen Rechnungsstellung oft komplex.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Vorschriften für die elektronische Rechnungstellung, allgemein bekannt als Clearance und Post-Audit.

 

Lebenszyklus der Rechnung

 

Clearance-Regelungen: die regulierenden Staaten verlangen, dass Rechnungen an Unternehmen in dem jeweiligen Land über eine zwischengeschaltete Regulierungsbehörde beglichen werden müssen, so dass unter anderem Echtzeit-Kontrollen möglich sind. Diese Echtzeit-Kontrollen beinhalten in der Regel digitale Signaturen. Die Clearance-Regelung wird z.B. in Mexiko, Brasilien, Italien, Türkei, Portugal, Spanien und Ungarn angewendet.

Post-Audit: die Vorschriften der einzelnen Länder legen eine Mindestdauer fest, über die elektronische Versionen der Rechnungen für eine mögliche automatisierte Prüfung aufbewahrt werden müssen. Das Post-Audit-Verfahren wird in der EU mit wenigen Ausnahmen angewendet.

 

Internationale E-Invoicing-Timeline

 

In fast allen 60 Ländern, in denen bereits heute eigene E-Invoicing-Vorschriften gelten, gibt es feine Unterschiede, welche Daten erhoben werden müssen, wie diese Daten erhoben werden müssen, und welche Anforderungen an die digitale Signatur gestellt werden. Die Umsetzung der EU-Norm EN16931 fordert, dass Rechnungsempfänger Rechnungen elektronisch empfangen und verarbeiten können. Das bedeutet aber nicht, dass sie es Ihren Lieferanten auch vorschreiben. Soweit gehen heute bei weitem nicht viele Mitgliedstaaten.

Für den Rechnungssteller entstehen in 2019 daraus teilweise Pflichten oder auch neue Möglichkeiten zum E-Invoicing und elektronischen Mehrwertsteuermeldungen:

 

 Neue MandateNeue Möglichkeiten

B2T

Business to Tax

01.01.2019 Kanarische Inseln
01.04.2019 UK
01.01.2019 Litauen

B2B

Business to Business

01.01.2019 Italien
01.01.2019 Kolumbien
01.08.2019 Panama

B2G

Business to Government

01.01.2019 Frankreich
01.04.2019 Schweden
01.04.2019 Polen
18.04.2019 Irland
18.04.2019 Niederlande
18.04.2019 Portugal

B2C

Business to Consumer

01.01.2019 Italien 

 

Internationale Vorschriften ändern sich in einer rasanten Geschwindigkeit. Länder, welche E-Invoicing in irgendeiner Form fordern, nehmen stetig zu und zahlreiche Regulierungsdetails einzelner Länder, welche es zu beachten gibt, steigern die Komplexität des E-Invoicing für international tätige Unternehmen.

Eine der größten Herausforderungen im internationalen Geschäft ist es dabei, mit den regulatorischen Veränderungen Schritt zu halten. Hierfür drei Beispiele:

 

NAV, XML

In Ungarn wurde zum 1. Juli 2018 die elektronische Übermittlung mehrwertsteuerrelevanter Daten an die Steuerbehörde gesetzlich vorgeschrieben. Für 2019 und 2020 stehen bereits Änderungen bezüglich der Schnittstellenspezifikation für elektronische Rechnungen an die ungarische Steuerbehörde NAV an.

FatturaPA, XML

In Italien, der zehntgrößten Volkswirtschaft der Welt, muss ab dem 1. Januar 2019 bei allen B2B-Rechnungen E-Invoicing eingesetzt werden.

MTDIn Großbritannien wird ab dem 1. April 2019 die elektronische Meldung mehrwertsteuerrelevanter Daten gesetzlich verpflichtend.

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Herausforderung weltweite elektronische Rechnungsstellung

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8. Sonderformen für E-Invoicing: PEPPOL

Das Pan-European Public Procurement On-Line (PEPPOL) Projekt wurde 2008 mit dem Ziel gestartet, die elektronische Beschaffung grenzüberschreitend zu vereinfachen. Es wurden Technologiestandards entwickelt, die von allen europäischen Regierungen umgesetzt wurden. PEPPOL ist der wichtigste Treiber für die elektronische Auftragsvergabe durch Behörden in der EU und unterstützt dabei selbstverständlich die Richtlinie 2014/55/EU. PEPPOL ist nicht auf den elektronischen Rechnungsaustausch begrenzt, sondern deckt den gesamten elektronischen Beschaffungsprozess ab.

E-Invoicing in Österreich über PEPPOL ist zum Beispiel bereits heute eine anerkannte Methode der elektronischen Rechnungsstellung. Die Einführung von PEPPOL in den Benelux-Ländern wird ebenfalls von den entsprechenden Regierungsbehörden gefördert und vorangetrieben. Zudem wird E-Invoicing in Kroatien zum 1. Juli 2019 für B2G Rechnungen verpflichtend und das PEPPOL Netzwerk wird für die Übertragung von Rechnungsdaten verwendet. Ab November 2020 soll für das E-Invoicing in Polen ebenfalls PEPPOL verwendet werden.

 

PEPPOL 4-Corner-Model

 

Der Austausch von Rechnungen im PEPPOL-Netzwerk basiert auf dem sogenannten 4-Corner-Model. Das 4-Corner-Model besteht aus einem Sender, einem Empfänger und deren Access Points. Für die nahtlose Zusammenarbeit der unterschiedlichen Systeme wird das PEPPOL-Format UBL („Universal Business Language“) verwendet. Die Kommunikation findet über das PEPPOL-Netzwerk statt. Das PEPPOL-Netzwerk stellt ein Partnerverzeichnis zur Verfügung, über welches Empfänger, die unterstützen Prozesse (wie z.B. die elektronische Rechnung) sowie der Empfänger Access Point identifiziert werden.

Um Teil des PEPPOL-Netzwerks zu werden, benötigen Sie Zugriff auf einen PEPPOL Access Point. Ein PEPPOL Access Point nimmt dabei die Rolle des sendenden sowie des empfangenen Access Points ein und ermöglicht den elektronischen Austausch von Dokumenten wie Katalogen, Bestellungen, Versandmeldungen und insbesondere Rechnungen. SEEBURGER ist zertifizierter PEPPOL Access Point Provider für AS2 und AS4.

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9. Welches Betriebsmodell ist das optimale für Ihr E-Invoicing?

Eine der Vorüberlegungen zur Einführung der elektronischen Rechnung betrifft die Betriebsart der E-Invoicing-Lösung. Dabei sollten drei strategische Fragen im Vorfeld beantwortet werden:

Hosting

Hosting:
soll die E-Invoicing-Lösung im eigenen Rechenzentrum stehen oder soll der Betrieb an einen Rechenzentrumsbetreiber auslagert werden?

Betriebsart

Betriebsart:
soll die Lösung als Lizenzprodukt on-Premises oder als Cloud Service auf einer pay-per-Use-Basis betrieben werden?

Standards und Formate

Standards und Formate:
welche E-Invoicing-Standards und -Formate benötige ich aktuell und ggf. in der Zukunft?

 

Wenn Sie die maximale Kontrolle über Ihre Rechnungslegungs- und Abwicklungsprozesse als Priorität sehen, bietet sich die klassische, auf Lizenzen basierte on-Premises-Installation an. Möchten Sie jedoch die größtmögliche Flexibilität haben, bietet sich eine Cloud-Lösung an. Neben der größtmöglichen Flexibilität spricht noch mehr für die cloudbasierte Rechnungseingangsbearbeitung: eine schnelle Implementierung, einfache Integration und hohe Betriebssicherheit.

 

Vergleich Cloud und lokaler Betrieb

 

Im Unterschied zum flexiblen Cloud-Betrieb sind die Anschaffungskosten der Hard- und Software, sowie die Implementierung und technische Einrichtung, nur die Spitze des Eisbergs beim on-Premises-Betrieb. Die laufenden Kosten für Personal und Wartung einer on-Premises-E-Invoicing-Lösung sind nicht zu unterschätzen.

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10. Zusammenfassung

In diesem Leitfaden haben wir erläutert, was eine elektronische Rechnung ist, und warum E-Invoicing heute und zukünftig relevant ist. Der Treiber des e-Invoicing ist der Gesetzgeber und internationale Vorschriften. Doch auch die vielen Vorteile, insbesondere das Kosteinsparungspotential, machen das Thema E-Invoicing für Unternehmen interessant.

Manuelle Rechnungsausgangsprozesse werden durch Digitalisierung eliminiert und somit die Forderungslaufzeit durch die sofortige Zustellung immens verkürzt.

Durch die Digitalisierung des Rechnungseingangs steigt die Verarbeitungsqualität, da manuelle Fehler vermieden werden können. Unsere Datenerhebungen zeigen außerdem, dass bereits ab 12.000 eingehenden Rechnungen pro Jahr die Kosten um bis zu 85% durch den Einsatz von E-Invoicing reduziert werden – verglichen mit der konventionellen manuellen Rechnungsverarbeitung.

International tätige Unternehmen stehen vor der Problematik die unterschiedlichen E-Invoicing-Standards unterstützen und verarbeiten zu können. Die PEPPOL-Initiative könnte dieser Problematik entgegensteuern, falls sie sich durchsetzen kann. Um den ständig sich ändernden Vorschriften Herr zu werden, empfiehlt sich der Einsatz einer cloudbasierten E-Invoicing-Lösung.

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11. Weitere Informationen

United Kingdom: Making Tax Digital – MTD

Electronic VAT returns will become obligatory in the UK as of 1st of April, 2019.

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Italien: FatturaPA

Aktuelle Gesetzesänderung in Italien schreibt die Nutzung der Online-Plattform SdI für B2B E-Invoicing vor.

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Frankreich: E-Invoicing mit Chorus Pro

Rechnungen an die öffentliche Verwaltung in Frankreich über die Plattform Chorus Pro verschicken.

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Spanien: AEAT VAT Abwicklung mit SII

SII zur Umsatzsteuermeldung an die span. Steuerbehörde nutzen und Strafzahlungen vermeiden.

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