Integration von Dynamics 365 Power Apps
Ein Leitfaden für skalierbare und durchgängige Geschäftsprozesse
Microsoft Dynamics 365 Power Apps unterstützen Unternehmen dabei, Geschäftsprozesse flexibel zu digitalisieren und Fachbereiche durch Low-Code-Ansätze aktiv einzubinden. Anwendungen wie Dynamics 365 Sales, Customer Insights oder Customer Service ermöglichen eine schnelle Umsetzung neuer Anforderungen und fördern Innovation über klassische IT-Grenzen hinweg.
Aus Integrationssicht zeigt sich jedoch, dass Power Apps ihre Stärken nur dann nachhaltig ausspielen, wenn sie in eine übergreifende Integrationsarchitektur eingebettet sind. In der Praxis bedeutet dies die Anbindung an ERP-Systeme, Legacy-Anwendungen, B2B-Partner, Cloud-Plattformen und weitere geschäftskritische Systeme. Ohne eine tragfähige Integrationsarchitektur entstehen Datensilos, Prozessbrüche und Governance-Risiken, die Skalierbarkeit und Effizienz begrenzen.
Dieses Whitepaper zeigt, warum Integration ein zentraler Erfolgsfaktor für den Einsatz von Dynamics 365 Power Apps ist. Es erläutert die technologische Basis der Plattform, ordnet native Integrationsmöglichkeiten ein, beleuchtet typische Herausforderungen und zeigt, wie eine zentrale Integrationsplattform wie die SEEBURGER Business Integration Suite (BIS) Power Apps sicher, skalierbar und kontrolliert in das digitale Ökosystem eines Unternehmens einbettet.
Was sind Microsoft Dynamics 365 Power Apps?
Microsoft Dynamics 365 ist eine modulare, cloudbasierte Unternehmensplattform, die zentrale Geschäftsbereiche wie Vertrieb, Marketing und Kundenservice über spezialisierte Anwendungen abdeckt. Im Fokus dieses Whitepapers stehen die kunden- und prozessnahen Dynamics-365-Anwendungen wie Sales, Customer Insights und Customer Service, die im Unternehmensalltag eng mit den Low-Code- und Automatisierungsfunktionen der Microsoft Power Platform zusammenspielen. Der Begriff „Power Apps“ wird in diesem Whitepaper deshalb als praxisnahe Klammer für diese modulare Anwendungsschicht verwendet.
Zu den zentralen Power-Apps-Modulen gehören unter anderem:
Alle Module basieren auf einem SaaS-Modell, sind eng miteinander verzahnt und lassen sich über Low-Code-Tools an spezifische Anforderungen anpassen. Ein zentrales Element ist Microsoft Dataverse als gemeinsame Datenplattform, die Anwendungen und Services miteinander verbindet und eine konsistente Datenbasis bereitstellt.
Der Ansatz des Citizen Development erlaubt es Fachbereichen, eigene Apps, Workflows und Automatisierungen zu erstellen, ohne tiefgehende Programmierkenntnisse zu benötigen. Gleichzeitig steigt damit die Bedeutung klarer Leitplanken, damit Sicherheit, Datenqualität und Compliance auch bei wachsender Nutzung gewährleistet bleiben.
Power Apps sind damit ein leistungsfähiger Enabler für digitale Geschäftsprozesse. Ihre Stärke liegt in der flexiblen Umsetzung fachlicher Anforderungen – vorausgesetzt, sie werden von Beginn an in eine übergreifende Architektur eingebettet.
Die technologische Basis und Architektur von Power Apps
Dynamics 365 Power Apps basieren auf einer modernen, cloud-nativen Architektur, die auf Modularität, Offenheit und Integration ausgelegt ist. Ziel ist es, Anwendungen flexibel bereitzustellen und gleichzeitig eine enge Verzahnung innerhalb des Microsoft-Ökosystems zu ermöglichen.
Zentrale architektonische Bausteine sind:
Cloud-native Bereitstellung:
Power Apps werden vollständig in der Cloud betrieben. Unternehmen profitieren von automatischen Updates, globaler Verfügbarkeit und skalierbaren Ressourcen.
Dataverse als Datenrückgrat:
Dataverse fungiert als zentrale Datenplattform für strukturierte Geschäftsdaten. Es ermöglicht einen konsistenten Zugriff über verschiedene Anwendungen hinweg und reduziert Datensilos innerhalb der Microsoft-Welt.
Power Automate für Prozessorchestrierung:
Mit Power Automate lassen sich Workflows und Automatisierungen modellieren, die Daten und Ereignisse zwischen Power Apps und angebundenen Systemen steuern.
API-first-Ansatz:
Die Integration externer Systeme erfolgt primär über REST- und OData-Schnittstellen sowie Webhooks. Diese ermöglichen einen standardisierten Zugriff auf Geschäftsobjekte und ereignisgesteuerte Integrationen.
Erweiterbarkeit über Azure Services:
Für komplexere Szenarien können Azure-Komponenten wie Service Bus, Storage oder Logic Apps genutzt werden.
Diese Architektur bietet hohe Flexibilität innerhalb des Microsoft-Ökosystems. In unternehmensweiten Integrationsszenarien mit heterogenen Systemlandschaften wird jedoch deutlich, dass zusätzliche Integrationsmechanismen erforderlich sind, um Skalierbarkeit, Governance und langfristige Stabilität sicherzustellen.
Warum ist Integration für Dynamics 365 Power Apps entscheidend?
Power Apps sind darauf ausgelegt, Geschäftsprozesse schnell und flexibel abzubilden. In der Praxis agieren sie jedoch nie isoliert, sondern als Teil einer komplexen IT-Landschaft mit bestehenden Kernsystemen, externen Partnern und regulatorischen Anforderungen. Das gilt nicht nur für ERP-nahe Abläufe, sondern ebenso für kundenbezogene Prozesse in Sales, Customer Insights und Customer Service.
Eine durchdachte Integrationsstrategie ist daher aus mehreren Gründen unverzichtbar:
Typische Systeme und Endpunkte für die Integration von Power Apps
In unternehmensweiten Architekturen übernehmen Dynamics 365 Power Apps in der Regel die Rolle einer benutzerzentrierten Anwendungsschicht. Sie ermöglichen die Interaktion, Datenerfassung und Prozesssteuerung nahe am Fachbereich. Die eigentliche Transaktionsverarbeitung, Stammdatenhaltung und Geschäftslogik verbleiben jedoch häufig in angebundenen Kernsystemen.
Diese Arbeitsteilung führt zu einer Integrationsrealität, die strukturell anspruchsvoller ist als eine reine API-Anbindung. Power Apps müssen zuverlässig mit bestehenden Plattformen, Partnernetzwerken und Datenquellen interagieren – synchron wie asynchron, in Echtzeit wie batchbasiert.
Typische Integrationsdomänen sind dabei:
Die Vielzahl dieser Endpunkte verdeutlicht, dass Power Apps typischerweise in einer mehrschichtigen Architektur operieren. Ihre Stärke liegt in der flexiblen Abbildung fachlicher Prozesse. Die nachhaltige Steuerung von Daten- und Integrationsflüssen erfordert hingegen eine übergreifende architektonische Instanz.
Welche Integrationsschnittstellen bietet Dynamics 365 Power Apps?
Dynamics 365 Power Apps sind technisch offen konzipiert. Die Plattform stellt REST-basierte Schnittstellen, OData-Zugriffe, Webhooks sowie zahlreiche Konnektoren bereit. Auf den ersten Blick entsteht der Eindruck, dass sich nahezu jedes Integrationsszenario direkt abbilden lässt.
In der Praxis entscheidet jedoch nicht die Existenz einer API über die Integrationsfähigkeit, sondern deren Belastbarkeit im unternehmensweiten Betrieb.
REST- und OData-APIs
REST-Schnittstellen bilden die Grundlage für den Zugriff auf Geschäftsobjekte wie Kunden, Aufträge oder Aktivitäten. OData erweitert diesen Zugriff um strukturierte Abfrage- und Filtermechanismen.
Für UI-nahe Transaktionen oder selektive Datenabfragen sind diese Mechanismen geeignet.
Kritisch werden sie dort, wo:
- hohe Datenvolumina verarbeitet werden müssen
- komplexe Abhängigkeiten zwischen Systemen bestehen
- strukturierte Geschäftsdokumente integriert werden sollen
- Laststeuerung und Pufferung erforderlich sind
APIs ermöglichen Zugriff, sie ersetzen jedoch keine Integrationslogik.
Webhooks und ereignisgesteuerte Integration
Webhooks erlauben es, externe Systeme bei bestimmten Ereignissen unmittelbar zu informieren. Das reduziert Polling und verbessert Reaktionszeiten.
Gleichzeitig verlagert sich die Verantwortung für:
- Wiederholungsmechanismen
- Fehlerbehandlung
- Transaktionssicherheit
auf die angebundenen Systeme oder zusätzliche Integrationskomponenten. Ohne übergeordnete Steuerung entstehen schnell verteilte, schwer nachvollziehbare Prozessketten.
Power-Automate-Konnektoren
Konnektoren und Cloud Flows ermöglichen es Fachbereichen, einfache Integrationen eigenständig umzusetzen. Für klar abgegrenzte Workflows mit moderatem Datenvolumen ist das ein praktikabler Ansatz.
In unternehmenskritischen Szenarien stoßen konnektorbasierte Integrationen jedoch an strukturelle Grenzen, insbesondere wenn:
- die Integrationsanforderungen die Fähigkeiten des Konnektors überschreiten
- mehrere Systeme orchestriert werden müssen
- B2B-Partner angebunden werden
- zentrale Governance und Monitoring erforderlich sind
- API-Limits und Lizenzmodelle berücksichtigt werden müssen
Low-Code reduziert Entwicklungsaufwand, nicht Integrationskomplexität.
Azure-Services als Erweiterung
Über Azure-Komponenten wie Service Bus oder Logic Apps lassen sich Integrationsszenarien erweitern und technisch absichern. Innerhalb des Microsoft-Ökosystems ist dies eine konsequente Architekturentscheidung.
In Multi-Cloud- oder hybriden Umgebungen entsteht jedoch eine stärkere Abhängigkeit von spezifischen Plattformdiensten. Diese strategische Bindung sollte bewusst bewertet werden.
Individuelle APIs und Erweiterungen
Individuelle Erweiterungen ermöglichen maximale Flexibilität, erhöhen jedoch Entwicklungs- und Wartungsaufwand. Jede kundenspezifische Schnittstelle vergrößert die Komplexität der Gesamtarchitektur.
Langfristig entscheidet daher nicht die Anzahl der Schnittstellen, sondern deren Einbettung in eine konsistente Integrationsstrategie.
Die nativen Integrationsmechanismen von Power Apps sind technisch vielseitig. Ihre Eignung für unternehmensweite Szenarien hängt jedoch davon ab, wie Stabilität, Laststeuerung, Governance und Transparenz über Systemgrenzen hinweg sichergestellt werden.
Welche Herausforderungen bringt die Integration von Dynamics 365 Power Apps mit sich?
Die Integration von Dynamics 365 Power Apps bringt in der Praxis weniger einzelne technische Hürden mit sich als vielmehr strukturelle Herausforderungen. Diese entstehen überall dort, wo unterschiedliche Systeme, Datenmodelle und Prozesslogiken zuverlässig zusammengeführt werden müssen. Je stärker Power Apps in unternehmensweite Abläufe eingebunden werden, desto deutlicher zeigt sich, dass einfache Schnittstellenanbindungen allein nicht ausreichen.
Solche Anforderungen lassen sich nicht ohne Weiteres mit rein API-basierten Ansätzen abdecken. Wo EDI-Standards, feste Kommunikationsprotokolle und individuelle Mapping-Logiken erforderlich sind, braucht es zusätzliche Integrationsmechanismen, um Prozesse stabil und nachvollziehbar abzubilden.
Dann werden Funktionen wie Pufferung, asynchrone Verarbeitung und systematische Entkopplung relevant. Fehlen diese, können Engpässe entstehen, etwa wenn mehrere Anwendungen gleichzeitig auf dieselben Schnittstellen zugreifen oder Prozesse voneinander abhängig werden.
Besonders in geschäftskritischen Prozessen reicht es nicht aus, dass eine Lösung technisch funktioniert. Sie muss sich auch zuverlässig betreiben, weiterentwickeln und in eine übergeordnete Architektur einordnen lassen.
Mit wachsender Komplexität stellt sich deshalb nicht nur die Frage, wie Daten übertragen werden, sondern auch, wie Integrationsflüsse überwacht, Fehler analysiert und Abläufe betriebssicher gesteuert werden. Ohne zentrale Transparenz steigt der Aufwand für Support, Wartung und Ursachenanalyse deutlich.
Die Herausforderung liegt daher nicht im Citizen Development selbst, sondern in der Frage, wie sich Geschwindigkeit und Kontrolle sinnvoll miteinander verbinden lassen. Unternehmen brauchen Leitplanken, die Innovation ermöglichen, ohne Wartbarkeit, Compliance und Transparenz zu gefährden.
Solche Systeme bringen oft eigene Formate, Protokolle und Betriebslogiken mit. Ihre Einbindung erfordert mehr als punktuelle API-Verbindungen. Gefragt sind belastbare Mechanismen zur Transformation, Entkopplung und sicheren Kommunikation über Systemgrenzen hinweg.
Die Herausforderungen bei der Power-Apps-Integration entstehen also nicht durch einzelne Funktionen oder fehlende Schnittstellen, sondern durch die Realität heterogener IT-Landschaften. Je stärker Power Apps in zentrale Geschäftsprozesse eingebunden werden, desto wichtiger wird eine Integrationsarchitektur, die Datenflüsse, Prozesslogiken und Betriebsanforderungen systemübergreifend zusammenführt.
Wie eine zentrale Integrationsplattform die Herausforderungen adressiert
Die beschriebenen Herausforderungen lassen sich nicht durch einzelne Schnittstellen oder zusätzliche Konnektoren lösen. Sie entstehen aus der strukturellen Komplexität moderner IT-Landschaften und erfordern entsprechend einen übergreifenden Ansatz.
In der Praxis hat sich hierfür ein plattformbasiertes Integrationsmodell etabliert. Anstatt Integrationen dezentral in Anwendungen, Workflows oder einzelnen Services zu verankern, werden sie in einer zentralen Instanz gebündelt und gesteuert.
Entkopplung von Anwendungen und Integrationslogik
Ein zentrales Prinzip besteht darin, die fachliche Anwendungsebene von der Integrationslogik zu trennen. Power Apps bleiben damit auf ihre eigentliche Aufgabe fokussiert: die Abbildung von Prozessen und die Interaktion mit Anwendern.
Formattransformation, Protokollhandling und Partneranforderungen werden dagegen in der Integrationsplattform umgesetzt. Diese Entkopplung reduziert Abhängigkeiten zwischen Systemen und erleichtert Anpassungen, etwa bei Systemwechseln oder neuen Integrationsanforderungen.
Standardisierung und Wiederverwendbarkeit
In gewachsenen Integrationslandschaften entstehen häufig individuelle Punkt-zu-Punkt-Verbindungen. Eine zentrale Plattform ermöglicht es, Integrationsmuster, Mapping-Logiken und Kommunikationsmechanismen zu standardisieren und wiederzuverwenden. Das reduziert den Aufwand für neue Anbindungen und verbessert zugleich Konsistenz und Wartbarkeit.
Steuerung, Monitoring und Betrieb
Eine zentrale Integrationsinstanz schafft eine durchgängige Sicht auf Datenflüsse und Prozesse. Integrationen lassen sich überwachen, analysieren und gezielt steuern. Dadurch werden End-to-End-Prozesse nachvollziehbar, Fehler systematisch auswertbar und Betriebs- sowie Compliance-Anforderungen zentral adressierbar.
Skalierbarkeit und Lastverteilung
Plattformbasierte Ansätze ermöglichen es, Datenströme gezielt zu steuern und Systeme voneinander zu entkoppeln. Mechanismen wie asynchrone Verarbeitung, Pufferung und Lastverteilung sorgen dafür, dass auch bei steigenden Volumina stabile Abläufe gewährleistet bleiben.
Gerade in Szenarien mit mehreren beteiligten Systemen oder stark schwankenden Lasten ist diese Entkopplung ein entscheidender Faktor für den zuverlässigen Betrieb.
Unterstützung hybrider Architekturen
Zentrale Integrationsplattformen sind darauf ausgelegt, unterschiedliche Umgebungen miteinander zu verbinden, von Cloud-Anwendungen über On-Premises-Systeme und Legacy-Lösungen bis zu externen Partnern. Dadurch lassen sich auch heterogene Landschaften konsistent integrieren, ohne jede Verbindung individuell entwickeln zu müssen.
Ein plattformbasierter Integrationsansatz ersetzt nicht die bestehenden Systeme, sondern ergänzt sie um eine übergreifende Steuerungs- und Abstraktionsebene. Genau das macht Power Apps in komplexen Unternehmensarchitekturen dauerhaft betreibbar.
SEEBURGERs Ansatz: Power Apps strategisch integrieren
Die SEEBURGER Business Integration Suite (BIS) ergänzt Dynamics 365 Power Apps um eine zentrale Integrationsschicht, die den Betrieb in komplexen Unternehmensarchitekturen absichert. Ziel ist nicht, die Stärken von Power Apps zu ersetzen, sondern sie in eine belastbare Gesamtarchitektur einzubetten.
Während Power Apps Prozesse nahe am Fachbereich abbilden und Anwendern flexible Interaktionsmöglichkeiten bieten, übernimmt BIS die systemübergreifende Steuerung der Daten- und Integrationsflüsse. Dadurch lassen sich Power Apps kontrolliert mit ERP-Systemen, B2B-Partnern, Legacy-Anwendungen und Cloud-Plattformen verbinden.
Universelle Konnektivität
BIS unterstützt die Anbindung unterschiedlichster Systeme und Kommunikationsmodelle. Dazu gehören Microsoft-nahe Anwendungen ebenso wie Drittplattformen, branchenspezifische Lösungen, gewachsene Altsysteme und externe Geschäftspartner.
Für Unternehmen bedeutet das: Power Apps können in bestehende IT-Landschaften eingebunden werden, ohne dass für jedes neue Szenario eigene Einzellösungen aufgebaut werden müssen.
B2B- und EDI-Fähigkeiten
Ein wesentlicher Mehrwert entsteht dort, wo strukturierte Geschäftsdokumente verarbeitet werden müssen. Während Power Apps hierfür keine native EDI-Funktionalität bereitstellen, übernimmt BIS die notwendigen Aufgaben für standardisierte B2B-Kommunikation.
Dazu zählen unter anderem:
- die Unterstützung gängiger EDI-Standards wie EDIFACT, ANSI X12 oder VDA
- die Verarbeitung verschiedener Kommunikationsprotokolle wie AS2, OFTP2 oder SFTP
- die Validierung, Konvertierung und Nachverfolgbarkeit eingehender und ausgehender Nachrichten
Gerade in Szenarien mit Lieferanten, Kunden oder Logistikpartnern entsteht so eine Integrationsfähigkeit, die über klassische API-Kommunikation hinausgeht.
Double Conversion als Entkopplungsprinzip
Ein zentrales Architekturprinzip von SEEBURGER ist der Double-Conversion-Ansatz. Geschäftsdaten werden dabei zunächst in ein neutrales Zwischenformat überführt und anschließend in das jeweilige Zielformat transformiert.
Dieser Ansatz reduziert Abhängigkeiten zwischen Quell- und Zielsystemen. Bestehende Mappings und Partneranbindungen lassen sich weiterverwenden, auch wenn sich Anwendungen auf einer Seite ändern. Für Unternehmen verkürzt das Implementierungszeiten, vereinfacht Partner-Onboarding und reduziert langfristig den Wartungsaufwand.
Zentrale Transparenz und Governance
BIS schafft eine durchgängige Sicht auf Integrationsprozesse über Systemgrenzen hinweg. Datenflüsse lassen sich zentral überwachen, Fehler gezielt analysieren und Abläufe nachvollziehbar dokumentieren.
Damit unterstützt die Plattform nicht nur den technischen Betrieb, sondern auch Anforderungen an:
- Governance
- Sicherheit
- Auditierbarkeit
- Compliance
Gerade in Umgebungen, in denen Fachbereiche eigene Prozesse mitgestalten, wird diese zentrale Steuerungsinstanz zu einem wichtigen Stabilitätsfaktor.
Hybrid- und Multi-Cloud-Fähigkeit
Viele Unternehmen bewegen sich nicht in einer homogenen Microsoft-Landschaft. Stattdessen treffen Power Apps auf bestehende On-Premises-Systeme, weitere Cloud-Plattformen und regional unterschiedliche Betriebsmodelle.
BIS ist darauf ausgelegt, genau diese Heterogenität abzubilden. Die Plattform unterstützt hybride und Multi-Cloud-Szenarien und ermöglicht es, Power Apps auch dann konsistent zu integrieren, wenn Daten und Prozesse über mehrere technische Umgebungen verteilt sind.
Managed Services zur Entlastung des Betriebs
Neben der Technologie spielt auch der laufende Betrieb eine zentrale Rolle. Auf Wunsch übernimmt SEEBURGER Integrationsaufgaben als Managed Service, von Monitoring und Wartung bis hin zu Partner-Onboarding und Fehlerbehandlung.
Das entlastet interne Teams, schafft planbare Betriebsmodelle und stellt sicher, dass Integrationslandschaften nicht nur implementiert, sondern auch dauerhaft zuverlässig betrieben werden.
Mit BIS werden Power Apps nicht zu einer isolierten Low-Code-Insel, sondern zu einem integrierten Bestandteil des digitalen Ökosystems. Die Plattform schafft die Voraussetzungen dafür, dass Flexibilität im Fachbereich, stabile Systemintegration und zentrale Governance zusammenkommen.
Praxisbeispiel: Power Apps im integrierten Unternehmenskontext
Ein typisches Einsatzszenario für Power Apps findet sich in Unternehmen, die Fachprozesse digitalisieren möchten, ohne bestehende Kernsysteme grundlegend zu verändern.
Ein international tätiges Industrieunternehmen nutzt beispielsweise Dynamics 365 Power Apps, um Vertriebs-, Service- und marketingnahe Prozesse zu unterstützen. Fachbereiche erfassen Aufträge, Servicefälle, Statusinformationen und kundenbezogene Daten für Auswertungen oder Kampagnen direkt über benutzernahe Anwendungen. Die Verarbeitung dieser Daten erfolgt jedoch nicht innerhalb der Power Apps selbst, sondern in angebundenen ERP- und Backend-Systemen.
Die Integrationsplattform übernimmt dabei eine zentrale Rolle. Sie validiert eingehende Daten, transformiert Formate und verteilt Informationen an die jeweils relevanten Zielsysteme, etwa ERP-Lösungen, Data-Plattformen oder externe Geschäftspartner. Gleichzeitig stellt sie sicher, dass Vertriebs-, Service- und Customer-Insights-Daten nicht isoliert im Frontend verbleiben, sondern konsistent in operative Prozesse und Auswertungen zurückgespielt werden.
Dieses Zusammenspiel ermöglicht es, neue digitale Prozesse schnell umzusetzen, ohne bestehende Integrationsstrukturen neu aufzubauen. Power Apps fungieren als flexible Einstiegsschicht, während die Integrationsplattform für Stabilität, Konsistenz und Nachvollziehbarkeit sorgt.
Das Ergebnis ist eine Architektur, in der Innovation im Frontend und Stabilität im Backend miteinander vereinbar sind, auch bei steigender Komplexität und wachsendem Transaktionsvolumen.
Jenseits der Technologie: Erfolgsfaktoren für nachhaltige Integration
Die erfolgreiche Integration von Power Apps ist nicht allein eine technische Aufgabe. In der Praxis entscheiden organisatorische und strategische Faktoren darüber, ob Integrationsinitiativen langfristig tragfähig sind.
Fazit und nächste Schritte
Dynamics 365 Power Apps bieten Unternehmen vielseitige Möglichkeiten, Fachprozesse flexibel zu digitalisieren und neue Anwendungen schnell umzusetzen. Ihr tatsächlicher Mehrwert entfaltet sich jedoch erst im Zusammenspiel mit der bestehenden IT-Landschaft.
In unternehmensweiten Szenarien entscheidet nicht die einzelne Anwendung über den Erfolg, sondern die Fähigkeit, Daten, Prozesse und Systeme konsistent miteinander zu verbinden. Integration wird damit zu einem zentralen Bestandteil der Gesamtarchitektur: nicht als Zusatz, sondern als Voraussetzung für Stabilität und Skalierbarkeit.
Mit einer zentralen Integrationsplattform wie der SEEBURGER Business Integration Suite lassen sich Power Apps kontrolliert in bestehende Systeme einbinden und übergreifende Datenflüsse zuverlässig steuern. Unternehmen schaffen damit die Grundlage für durchgängige Prozesse, transparente Abläufe und eine langfristig tragfähige digitale Architektur.
Bewerten Sie Ihre bestehende Power-Apps-Integrationslandschaft ganzheitlich – von Architektur und Governance bis zum Betrieb. SEEBURGER unterstützt Sie dabei, Power Apps von Beginn an als integrierten Bestandteil Ihres digitalen Ökosystems zu denken und nachhaltig zu skalieren.
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