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ViDA erklärt: Was die Mehrwertsteuer im digitalen Zeitalter für die globale elektronische Rechnungsstellung bedeutet

Erfahren Sie, wie Sie sich auf ViDA, die wegweisende Reform der EU, vorbereiten können, mit wichtigen Zeitplänen und einer skalierbaren Strategie für die Einhaltung der globalen Mehrwertsteuer-E-Rechnungsstellung.

Executive Summary: ViDA (VAT in the Digital Age)

Das Reformpaket VAT in the Digital Age (ViDA), zu Deutsch „Mehrwertsteuer im digitalen Zeitalter“, markiert einen grundlegenden Wandel hin zu einer obligatorischen strukturierten elektronischen Rechnungsstellung sowie einer nahezu Echtzeit-Digitalmeldung für grenzüberschreitende B2B-Transaktionen in der gesamten EU. ViDA zielt darauf ab, das Mehrwertsteuersystem der EU zu modernisieren, die Steuererhebung zu verbessern, Betrug zu bekämpfen und die Mehrwertsteuerkonformität für Unternehmen zu vereinfachen. Die wichtigsten Maßnahmen beginnen 2028 und sollen bis 2030 für grenzüberschreitende B2B-Mandate vollständig umgesetzt sein. Einzelne Länder beschleunigen nationale E-Invoicing-Programme, die eine sofortige Vorbereitung erfordern. Die SEEBURGER BIS Plattform ist Ihre KI-gestützte, cloud-native Integrationsgrundlage, die umfassende E-Invoicing-Funktionen und Lösungen zur Einhaltung der Mehrwertsteuerpflicht bietet und Sie dabei unterstützt, die sich ständig weiterentwickelnden Anforderungen an die digitale Steuerberichterstattung zu bewältigen.

Was ist ViDA und warum erfordert es eine strukturierte elektronische Rechnungsstellung?

ViDA ist ein wegweisendes Reformpaket, das von der Europäischen Kommission entwickelt wurde. ViDA markiert eine neue Ära der Besteuerung in der EU und soll die Mehrwertsteuererhebung modernisieren, Betrug reduzieren und den grenzüberschreitenden digitalen Handel innerhalb der EU unterstützen. Mit dieser Initiative reagiert die EU auf langjährige Probleme wie die erhebliche Mehrwertsteuerlücke, die sich 2020 auf insgesamt 93 Milliarden Euro belief, sowie auf die administrative Komplexität der derzeitigen Systeme.

Kernelement von ViDA ist die obligatorische elektronische Rechnungsstellung und die digitale Meldepflicht (eng. Digital Reporting Requirements, DRR) für innergemeinschaftliche Transaktionen. Damit wird der derzeitige konsensbasierte Ansatz für den Empfang elektronischer Rechnungen ersetzt. Diese Umstellung wird von Regierungen weltweit vorgeschrieben, um nahezu in Echtzeit Einblick in Transaktionsdaten zu erhalten. Dadurch sind schnellere Prüfungen, eine bessere Durchsetzung und die Möglichkeit zur Ausstellung vorab ausgefüllter Mehrwertsteuererklärungen möglich.

Dies bedeutet für globale Unternehmen eine grundlegende Veränderung. Was einst ein optionales Instrument zur Automatisierung und Kosteneinsparung war, ist nun gesetzlich vorgeschrieben. Die Nichteinhaltung kann zur direkten Ablehnung von Rechnungen und zu erheblichen Verzögerungen bei der Zahlungsabwicklung führen. Dadurch wird die Einhaltung der Mehrwertsteuervorschriften zu einer unternehmenskritischen Aufgabe. ViDA zwingt Unternehmen dazu, hohe Datenqualität und ERP-Integration zu priorisieren, um die neuen Anforderungen an die Echtzeitberichterstattung zu erfüllen.

Mehrwertsteuer im digitalen Zeitalter: drei Säulen

ViDA ist eine Initiative zur Modernisierung des Mehrwertsteuersystems in der EU. Sie basiert auf drei wesentlichen Änderungen, die ein stärker digital ausgerichtetes Steuersystem in ganz Europa etablieren sollen.

Digitale Berichterstattung und elektronische Rechnungsstellung nahezu in Echtzeit

Mit ViDA wird eine nahezu in Echtzeit erfolgende digitale Berichterstattung für grenzüberschreitende Transaktionen unter Verwendung strukturierter Formate für elektronische Rechnungen eingeführt. Dadurch sollen Mehrwertsteuerbetrug, insbesondere Karussellbetrug, eingedämmt und Händlern Compliance-Kosten in Milliardenhöhe erspart werden. Statt der bisherigen regelmäßigen zusammenfassenden Meldungen (EG-Umsatzlisten) müssen Unternehmen ihre Transaktionsdaten künftig innerhalb von zehn Tagen an die Steuerbehörden übermitteln. Strukturierte elektronische Rechnungen müssen maschinenlesbar sein und der europäischen Norm EN 16931 entsprechen.

Klare Mehrwertsteuerregeln für die Plattformwirtschaft

Die Initiative schafft Klarheit über die Mehrwertsteuerpflichten für in der Plattformwirtschaft tätige digitale Plattformen, insbesondere für solche, die kurzfristige Unterkünfte oder Personenbeförderung anbieten. Diese Plattformen sind für die Erhebung und Abführung der Mehrwertsteuer verantwortlich, wenn ihre Nutzer (zum Beispiel kleine Unternehmen) dies nicht tun. Damit sollen gleiche Wettbewerbsbedingungen geschaffen und die Einheitlichkeit in allen EU-Ländern gewährleistet werden.

Vereinfachte Mehrwertsteuerregistrierung durch One-Stop-Shops (OSS/IOSS)

Mit ViDA wird der Anwendungsbereich des Mehrwertsteuer-One-Stop-Shops (OSS) erweitert. Dadurch wird die Mehrwertsteuerregistrierung vereinfacht und Unternehmen, die an Verbraucher in verschiedenen EU-Ländern verkaufen, können ihre Mehrwertsteuerpflichten über ein einziges Online-Portal verwalten. Dadurch wird der Verwaltungsaufwand für Unternehmen, die an mehreren Standorten in der EU tätig sind, reduziert und die Effizienz grenzüberschreitender Geschäfte verbessert.

ViDA-Zeitplan: die beschleunigte weltweite Umstellung auf die obligatorische elektronische Rechnungsstellung

Das endgültige Paket der ViDA-Reformen wurde im März 2025 verabschiedet. Die Frist für die obligatorische grenzüberschreitende digitale Berichterstattung im B2B-Bereich sowie für die Einhaltung der Vorschriften zur elektronischen Rechnungsstellung durch Integration wurde auf das Jahr 2030 festgelegt. Unternehmen können es sich jedoch nicht leisten, abzuwarten. Das regulatorische Umfeld entwickelt sich rasant weiter, weshalb Investitionen in Agilität und eine proaktive Vorbereitung erforderlich sind.

EU-E-Invoicing und ViDA: Was Unternehmen jetzt wissen müssen:

  • EU-Ausnahmeregelung aufgehoben: Die Mitgliedstaaten benötigen nun keine vorherige Genehmigung der EU mehr, um nationale Vorschriften für die elektronische Rechnungsstellung zu erlassen.
  • Aufhebung der Zustimmungspflicht des Käufers: Die elektronische Rechnungsstellung kann nun von den Regierungen vorgeschrieben werden, ohne dass die Zustimmung oder Einwilligung des Kunden erforderlich ist.

Diese Flexibilität hat dazu geführt, dass viele Länder in Europa ihre individuellen Zeitpläne weit vor dem zentralen Mandat für das Jahr 2030 beschleunigt haben. So führen beispielsweise Frankreich, Belgien und Polen obligatorische B2B-E-Rechnungsstellungsprogramme ein bzw. erweitern diese. Insbesondere Polen treibt sein Krajowy System e-Faktur (KSeF) zur E-Rechnungsstellung voran, das ab 2026 schrittweise eingeführt werden soll. Selbst Nicht-EU-Länder beobachten die ViDA-Initiative genau, um eigene Strategien für die digitale Steuerberichterstattung in Echtzeit zu entwickeln.

Bis zur Frist 2030 abzuwarten, ist keine tragfähige Strategie. Dies birgt die Gefahr von Verstößen und Betriebsunterbrechungen und verschafft Unternehmen einen Wettbewerbsnachteil.

Warum Peppol für die ViDA-Konformität und die globale elektronische Rechnungsstellung von entscheidender Bedeutung ist

Unternehmen müssen über die reine Einhaltung der Vorschriften hinausgehen und agile, digitale Lösungen implementieren, die ViDA unterstützen. Peppol (Pan-European Public Procurement Online) entwickelt sich zur bevorzugten konformen Infrastruktur und bietet ein standardisiertes und sicheres Austauschnetzwerk. Da Regierungen zunehmend auf strukturierte Meldungen umsteigen und sich von Vorabgenehmigungsmodellen abwenden, die ViDA generell ablehnt, entwickelt sich Peppol zur de facto konformen und zukunftssicheren Infrastruktur für die grenzüberschreitende elektronische Rechnungsstellung.

Peppol ist ein internationales E-Procurement-Netzwerk, das zur Standardisierung des Austauschs elektronischer Beschaffungsdokumente eingerichtet wurde. Es beseitigt die Komplexität der Pflege individueller Dokumentenaustauschvereinbarungen, indem es universelle Zugangspunkte bietet.

Die Rolle von Peppol bei der ViDA-Bereitschaft umfasst:

Standardisierung und Interoperabilität

Peppol bietet standardisierte Spezifikationen (wie Peppol BIS Billing) und verbessert so die Interoperabilität, selbst in Verbindung mit länderspezifischen Vorschriften wie der deutschen XRechnung.

Netzwerkkonformität

Peppol erfüllt bereits die ViDA-Anforderungen zur Unterstützung von EN-16931-basierten Formaten und zum sicheren Austausch von E-Rechnungen. Damit ist Peppol eine zuverlässige Infrastruktur für die Integration von „...” in jedes ERP-System.

Das 4-Ecken-Modell

Peppol verwendet ein 4-Ecken-Modell für einen transparenten, strukturierten und standardisierten Dokumentenaustausch. Dadurch wird eine nahtlose Übertragung vom Access Point des Absenders (Ecke 2, verwaltet von SEEBURGER) zum Access Point des Empfängers (Ecken 3 und 4) über das Peppol-Netzwerk gewährleistet. Dabei kommen das EDIINT-AS4-Protokoll zum Einsatz, um Sicherheit und Compliance zu gewährleisten.

Globale Reichweite

Ursprünglich konzentrierte sich Peppol auf das öffentliche Beschaffungswesen in der EU (B2G), mittlerweile ist es jedoch weltweit in über 30 Ländern, darunter Australien, Singapur und Japan, tätig. Dadurch ist Peppol für eine umfassende globale Mehrwertsteuerkonformität relevant.

Durch die Nutzung eines zentralen Zugangspunkts, wie dem SEEBURGER Peppol Access Point, erhalten Unternehmen vollen Zugang zu den Vorteilen des Netzwerks, ohne eine komplexe interne Infrastruktur verwalten zu müssen.

ViDA-Compliance: Vorschriften in geschäftliche Vorteile umwandeln

Das unmittelbare Anliegen besteht darin, Strafen für die Nichteinhaltung der Mehrwertsteuer zu vermeiden. ViDA bietet Unternehmen jedoch eine bedeutende Chance, die digitale Transformation zu nutzen und strategische Vorteile zu realisieren. Steuer- und Finanzabteilungen sowie IT-Teams sollten diese Vorschrift nutzen, um Prozesse zu optimieren, die Datenqualität zu verbessern und mehr Transparenz zu schaffen.

Zu den wichtigsten geschäftlichen Vorteilen der ViDA-Konformität gehören:

Effizienz durch Automatisierung

Die obligatorische, strukturierte elektronische Rechnungsstellung ermöglicht eine durchgängige Automatisierung, Rationalisierung und Digitalisierung von Prozessen wie „Purchase-to-Pay” und „Order-to-Invoice”. Die Automatisierung führt zu Kosteneinsparungen, reduziert den manuellen Aufwand und erhöht die Genauigkeit.

Verbessertes Cash-Management

Der Zugriff auf Transaktionsdaten nahezu in Echtzeit ermöglicht es Steuer- und Finanzabteilungen, Analysen zu nutzen, die Transparenz zu verbessern und zu ermitteln, welche Kunden schnell zahlen.

ERP-Systemintegration

Der Druck zur Echtzeitberichterstattung zwingt Unternehmen dazu, sich mit Problemen veralteter ERP-Systeme auseinanderzusetzen und Daten zu integrieren, die derzeit in Silos gespeichert sind. Die Implementierung einer einzigen, flexiblen globalen Rechnungsvorlage erleichtert die Einhaltung von Vorschriften in mehreren Rechtsräumen.

Verbesserte Datenqualität und Governance

Für Compliance sind strenge Kontrollen, Verifizierungsmechanismen und eine hohe Datenqualität erforderlich. Das führt letztlich zu besseren Prognosen und einer Risikominderung.

Zukunftssicherheit

Mit der Einführung einer agilen, skalierbaren Software zur Einhaltung der Mehrwertsteuervorschriften können Unternehmen nun die Grundlage dafür schaffen, sich auf die nächste Welle der weltweit stattfindenden regulatorischen Änderungen vorzubereiten.

Wie SEEBURGER Sie bei der Vorbereitung auf die globale Mehrwertsteuerkonformität unterstützt

Die Integration der sich schnell entwickelnden globalen Anforderungen an die elektronische Rechnungsstellung, wie sie beispielsweise von ViDA vorgeschrieben sind, erfordert eine Integrationsplattform, die ein hohes Maß an Sicherheit, skalierbare Leistung und kontinuierliche Anpassung bietet. Der SEEBURGER E-Invoicing Hub bietet integrierte Cloud-Services (SaaS), mit denen Sie Ihre digitalen Rechnungsstellungsprozesse vollständig automatisieren und gleichzeitig Rechtssicherheit gewährleisten können. Mit 40 Jahren Erfahrung, über 700 erfolgreichen E-Invoicing-Projekten weltweit und globalen E-Invoicing- und Peppol-Integrationsservices hilft Ihnen SEEBURGER dabei, Compliance auf der Grundlage der folgenden drei Säulen zu erreichen:

Globale Compliance und Rechtssicherheit

Seien Sie den sich ständig ändernden Vorschriften in über 35 Ländern immer einen Schritt voraus, darunter wichtige Fristen in Frankreich, Belgien und Polen im Jahr 2026, Großbritannien im Jahr 2029 und den Niederlanden im Jahr 2030. Als PA-Anbieter mit der Zertifizierung für die französischen Vorschriften bewältigt SEEBURGER die Komplexität der „Y-Modell”-Architektur und verarbeitet vier unterschiedliche Datenflüsse, darunter E-Reporting und Statusaktualisierungen in Echtzeit während des gesamten Lebenszyklus.

Intelligente Prozessautomatisierung für „Data-First”-Effizienz

Ersetzen Sie langsame, manuelle Abläufe durch nahtlose End-to-End-Automatisierung, die jedes eingehende Rechnungsformat – wie UBL, CII oder Factur-X – direkt in Ihrem ERP-System verarbeitet. Dieser „Data-First”-Ansatz macht manuelle Eingaben überflüssig, minimiert Fehler, ermöglicht eine wirklich berührungslose Verarbeitung passender Rechnungen und beschleunigt Ihren Finanzabschluss.

Eine einzige, einheitliche Plattform für vollständige Transparenz

Der Hub dient als integrierte SaaS-Lösung für alle Ihre Rechnungsstellungsanforderungen, einschließlich der Automatisierung des Eingangs, der Ausgangslieferung und der behördlichen Berichterstattung. Basierend auf der bewährten SEEBURGER BIS Plattform vereinfacht der Hub Ihre IT-Landschaft und bietet ein zentrales Cockpit für die Echtzeitüberwachung und Transparenz aller Transaktionsstatus.

Die von ViDA vorgeschriebene Umstellung auf digitale Echtzeitberichterstattung und strukturierte elektronische Rechnungsstellung verändert die globale Mehrwertsteuerkonformität. Unternehmen müssen dies nicht nur als regulatorische Hürde betrachten, sondern als Katalysator für eine digitale Umgestaltung, insbesondere im Bereich der Logistik und Finanzdienstleistung. Um langfristig erfolgreich zu sein, ist eine globale Strategie für die elektronische Rechnungsstellung erforderlich, die auf einer flexiblen Integrationsplattform basiert

Mit dem SEEBURGER E-Invoicing Hub können Unternehmen den Übergang von reaktiver Compliance zu proaktiver Automatisierung vollziehen und die elektronische Rechnungsstellung und Berichterstattung in Europa obligatorisch zu einem strategischen Vorteil für die Digitalisierung und operative Exzellenz machen.

Solution Brief

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