Finnland verfügt über einen weit entwickelten E-Invoicing-Markt, obwohl für den privaten B2B-Bereich derzeit kein allgemeines Sendemandat besteht. Unternehmen mit mehr als 10.000 € Jahresumsatz können jedoch auf Grundlage des finnischen E-Invoicing-Gesetzes von ihren Geschäftspartnern eine EN16931-konforme elektronische Rechnung verlangen. Damit ist strukturiertes E-Invoicing im B2B-Bereich rechtlich verankert, ohne dass sämtliche Rechnungen verpflichtend elektronisch ausgestellt werden müssen.
Prägend für Finnland ist die bereits etablierte dezentrale Infrastruktur. Rechnungen werden über Banken und spezialisierte E-Invoicing-Operatoren in einem 4-Corner-Modell ausgetauscht. Nationale Formate wie Finvoice 3.0 und TEAPPSXML 3.0 bestehen neben EN16931-konformen Syntaxen und Peppol BIS Billing 3.0. Ein nationales E-Invoice Address Registry unterstützt zusätzlich die eindeutige Adressierung und das Routing zwischen Geschäftspartnern.
Anders als zentrale Clearance-Modelle verbindet Finnland den Rechnungsaustausch derzeit nicht mit einer verpflichtenden transaktionsbezogenen VAT-Meldung an die Steuerverwaltung. Für Unternehmen stehen deshalb vor allem strukturierte Rechnungsdaten, Format- und Operator-Interoperabilität, korrekte Empfängeradressierung sowie die Integration in ERP- und Finanzprozesse im Mittelpunkt. Mit ViDA gewinnt diese bestehende Infrastruktur zusätzlich an Bedeutung, wenn ab 2030 neue Anforderungen für relevante grenzüberschreitende EU-B2B-Transaktionen greifen.