EDI steht für Electronic Data Interchange – den strukturierten und automatisierten Austausch von Geschäftsdaten zwischen IT-Systemen über standardisierte Formate und Protokolle.
Was ist EDI?
EDI einfach erklärt – mit Zukunftsperspektive. So macht digitaler Datenaustausch mit KI-Unterstützung Prozesse sicher und effizient.
1. Executive Summary: Einführung in EDI
EDI (Electronic Data Interchange) bezeichnet den elektronischen Austausch strukturierter Geschäftsdaten zwischen IT-Systemen – ohne manuelle Eingriffe. Durch standardisierte Formate und Protokolle ermöglicht EDI effiziente, fehlerfreie und automatisierte Prozesse in der geschäftlichen Kommunikation.
Seit den 1970er-Jahren entwickelt, ist EDI heute Standard in zahlreichen Branchen – von der Automobilindustrie bis zum Einzelhandel. Die digitale Transformation und globale Lieferketten machen EDI wichtiger denn je.
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2. Wie funktioniert EDI?
EDI-Prozesse basieren auf klaren Regeln: Geschäftsdokumente wie Bestellungen oder Rechnungen werden aus einem Quellsystem (z. B. ERP) extrahiert, in ein standardisiertes Format konvertiert und über ein sicheres Protokoll versendet. Das Empfängersystem verarbeitet die Daten automatisch weiter – ohne menschliches Zutun.
3. Welche EDI-Standards und Formate gibt es?
Damit Sender und Empfänger dieselbe Sprache sprechen, nutzt EDI ein standardisiertes digitales Format für den elektronischen Austausch von Geschäftsdokumenten zwischen Unternehmen und Geschäftspartner, sogenannte EDI-Dateien. Diese nutzen etablierte Standards.
Welche gängigen EDI-Standards gibt es?
Je nach Branche und Region kommen unterschiedliche Formate zum Einsatz – oft parallel.
Welche Übertragungsprotokolle nutzt EDI?
Neben dem Format ist der Übertragungsweg entscheidend. Gängige Protokolle sind:
- AS2: weltweit etabliert, verschlüsselt
- OFTP2: bevorzugt im Automobilsektor
- SFTP/FTPS: für Dateitransfer
- REST/SOAP: moderne API-Kommunikation
Die Wahl des Protokolls hängt von Partneranforderungen, Sicherheit und Integrationsgrad ab.
4. Wie kommt EDI in der Praxis zum Einsatz?
EDI ist eine bewährte Integrationslösung, die sich flexibel an branchenspezifische Anforderungen anpassen lässt. Die Art der EDI-Dokumente, der genutzten Standards und die eingesetzten Kommunikationsprotokolle variieren je nach Sektor – ebenso wie das erwartete Integrationsniveau mit Partnern und Systemen.
Die Automobilbranche zählt zu den Vorreitern beim Einsatz von EDI – insbesondere durch die enge Taktung in Just-in-Time- und Just-in-Sequence-Lieferketten. EDI wird hier u. a. genutzt für:
- Lieferabrufe (z. B. VDA 4905)
- Versandanzeigen (z. B. VDA 4913, EDIFACT DESADV)
- Fertigungsinformationen und Statusmeldungen
- ASN (Advanced Shipping Notices)
- Integration mit OEMs und Tier-1-Zulieferern über OFTP2
Im stationären und digitalen Handel spielt EDI eine zentrale Rolle für die automatisierte Abwicklung großer Bestellvolumen und die Integration mit Marktplätzen, Distributoren und Lieferkettenpartnern.
- Elektronische Bestellungen (ORDERS)
- Bestellbestätigungen (ORDRSP)
- Lieferavise (DESADV)
- Rechnungen (INVOIC)
- Sortiments- und Preisdatenabgleiche (PRICAT)
Logistikunternehmen profitieren von EDI, um Echtzeitdaten auszutauschen, Versandprozesse zu digitalisieren und Trackinginformationen systemübergreifend bereitzustellen.
- Transportaufträge (IFTMIN)
- Frachtbriefe (B/L)
- Track & Trace-Informationen (IFTMCS)
- Ladelisten, Empfangsbestätigungen
- Integration mit Speditionen, Lager- und Transportsystemen
Im regulierten Umfeld des Gesundheitssektors ermöglicht EDI die zuverlässige und sichere Übertragung sensibler Daten – mit besonderem Fokus auf Normen und Compliance (z. B. HL7, PEPPOL).
- Medikamentenbestellungen
- Arzneimittel-Lieferscheine
- Abrechnungsdaten mit Krankenkassen
- Rückverfolgbarkeit (Traceability)
- Serialisierungsinformationen gemäß Fälschungsschutzrichtlinie
SEEBURGER bietet maßgeschneiderte EDI-Branchenlösungen, die auf langjähriger Erfahrung, spezifischen Standards und zertifizierten Schnittstellen basieren.
5. Was unterscheidet EDI und API – und wie ergänzen sie sich?
Elektronischer Datenaustausch (EDI) und Application Programming Interfaces (APIs) gehören heute zu den wichtigsten Technologien im Bereich der Systemintegration. Beide verfolgen das gleiche Ziel: den sicheren, strukturierten Austausch von Informationen zwischen Geschäftspartnern. Ihre Funktionsweise und Einsatzlogik unterscheiden sich jedoch grundlegend.
EDI – Der Standard für stabile Prozesse
EDI ist auf die zuverlässige Übertragung strukturierter Dokumente wie Bestellungen, Lieferscheine oder Rechnungen in standardisierten Formaten (z. B. EDIFACT, ANSI X12) ausgelegt. Typisch ist ein batch-orientierter Datenaustausch, der in regelmäßigen Intervallen automatisiert abläuft. EDI wird insbesondere in Branchen mit hohem Transaktionsvolumen und regulierten Prozessen eingesetzt.
Stärken von EDI:
- Hoher Automatisierungsgrad
- Standardisierung durch etablierte Formate
- Branchenspezifische Compliance (z. B. VDA, PEPPOL)
- Skalierbar bei großer Partneranzahl
API – Die Technologie für Echtzeit und Flexibilität
APIs ermöglichen eine Echtzeitkommunikation zwischen Systemen. Sie sind besonders nützlich, wenn Prozesse ad-hoc, ereignisgesteuert oder individuell konfiguriert werden müssen. APIs sind REST- oder SOAP-basiert und erlauben gezielte, modulare Datenabfragen – z. B. Preisabfragen, Lagerbestände oder Statusupdates.
Stärken von APIs:
- Echtzeitfähigkeit
- Hohe Flexibilität und Individualisierung
- Einfache Einbindung in moderne IT-Landschaften
- Besonders geeignet für cloudbasierte Services und Plattformökosysteme
Hybride Integrationsstrategien: EDI und API kombinieren
In der Praxis werden EDI und API zunehmend kombiniert – etwa, wenn EDI-Prozesse durch APIs ergänzt werden (z. B. zur Statusabfrage) oder wenn Unternehmen mit unterschiedlichen Integrationsreifegraden kommunizieren.
Beispiel:
- Bestellung via EDI
- Bestellstatus per API
- Rechnung erneut per EDI
Beide Technologien haben ihre Berechtigung – und ihre Stärken. EDI steht für bewährte Stabilität, APIs für dynamische Echtzeitinteraktion. Gemeinsam bilden sie das Rückgrat moderner digitaler Ökosysteme.
SEEBURGER unterstützt hybride Architekturen durch native Integration von API-Management in die BIS Plattform.
6. Welche EDI-Lösungen bietet SEEBURGER?
SEEBURGER bietet ein umfassendes Portfolio an EDI-Lösungen – modular, skalierbar und in jeder Betriebsform verfügbar. Als erfahrener Anbieter mit 40 Jahren Integrationskompetenz verbinden wir branchenspezifisches Know-how mit technologischer Exzellenz.
Cloud EDI Services – Integration ohne Kompromisse
Unsere Cloud EDI Services entlasten Ihre IT, beschleunigen Ihre Partneranbindung und ermöglichen eine flexible Skalierung Ihrer Integrationsprozesse.
Ihre Vorteile:
- Fully Managed Services in der SEEBURGER Cloud oder Public Cloud Ihrer Wahl (Azure, AWS, GCP)
- Höchste Sicherheit und Compliance nach ISO 27001, TISAX, DSGVO u. v. m.
- Schnelles Partner-Onboarding mit standardisierten Mappings, Formaten und Templates
- 24/7 Monitoring & Support durch das SEEBURGER Support-Services
On-Premises mit der SEEBURGER Business Integration Suite (BIS)
Für Unternehmen mit speziellen Anforderungen an Kontrolle, Infrastruktur oder Datenschutz bieten wir die leistungsfähige BIS Plattform – lokal installiert, zentral steuerbar.
Highlights:
- Vollständig integrierte Plattform für EDI, API, MFT, IoT, E-Invoicing u. v. m.
- Native ERP-Konnektoren für SAP, Microsoft Dynamics, Infor, Oracle
- Erweiterbar mit Portalen, Business Rules, Partnerverwaltung und API-Management
- Zukunftssicher durch regelmäßige Updates und plattformübergreifende Architektur
7. Was leisten BIS B2B-Gateway und EDI-Portale?
Über das SEEBURGER BIS B2B-Gateway sind meist die wichtigsten Geschäftspartner eines Unternehmens direkt angebunden. Es übernimmt das Routing, die Konvertierung und die regelbasierte Weiterverarbeitung von B2B-/EDI-Nachrichten nach branchenüblichen Standards – zuverlässig, sicher und skalierbar.
Ergänzt wird das Gateway durch integrierte Portal-Applikationen, die das Onboarding und Management der Geschäftspartner vereinfachen. Dazu zählen u. a. die Community Management Application sowie das BIS WebEDI Supplier Portal für die digitale Zusammenarbeit mit kleineren Lieferanten ohne eigene EDI-Systeme.
8. Was erfordert eine erfolgreiche EDI-Implementierung?
Eine EDI-Lösung entfaltet ihr volles Potenzial, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu gehören neben technischen Aspekten auch organisatorische und strategische Überlegungen.
Typische Erfolgsfaktoren:
- Klare Prozessdefinitionen: Welche Dokumente und Workflows sollen digitalisiert werden?
- Verfügbarkeit von Stammdaten: Vollständige und gepflegte Partnerdaten (z. B. GLNs, Artikelnummern, Adressen).
- IT-Integration: Wie werden EDI-Nachrichten in bestehende Systeme (ERP, WMS etc.) eingebunden?
- Partnerkommunikation: Sind die Partner EDI-fähig? Gibt es standardisierte Onboarding-Prozesse?
- Skalierbarkeit und Governance: Ist die gewählte Lösung zukunftssicher, auditierbar und erweiterbar?
SEEBURGER unterstützt Unternehmen bei der Analyse, Konzeption und Umsetzung von EDI-Projekten – mit fast 40 Jahren Erfahrung, Best Practices und praxiserprobten Templates.
9. Aus welchen Komponenten besteht eine EDI-Lösung?
Eine professionelle EDI-Lösung besteht typischerweise aus drei technisch eng verzahnten Modulen. Zusammen bilden sie eine leistungsfähige Schnittstelle zwischen dem internen ERP-System und externen Partnern.
1. ERP-Konnektor
Der ERP-Konnektor integriert das interne ERP-System mit der EDI-Plattform. Er sorgt für den nahtlosen Austausch von Geschäftsdokumenten im Inhouse-Format – und stellt sicher, dass Ausgangs- und Eingangsprozesse automatisiert angestoßen werden.
Beispiel: Eine Rechnung wird im ERP erstellt und automatisch an den Konverter übergeben.
2. EDI-Konverter
Der Konverter transformiert Inhouse-Formate in standardisierte EDI-Formate – z. B. EDIFACT, ANSI X12 oder XML – und umgekehrt. Damit wird sichergestellt, dass alle Partner die Daten in der jeweils vereinbarten Struktur empfangen können.
Beispiel: Eine Bestellung im XML-Format wird in eine EDIFACT-Nachricht übersetzt.
3. EDI-Kommunika-
tionsadapter
Der Adapter übernimmt die technische Zustellung der EDI-Nachrichten an den Geschäftspartner – je nach Anforderung über AS2, OFTP2, SFTP oder API. Gleichzeitig verarbeitet er eingehende Nachrichten protokollgerecht.
Beispiel: Eine Lieferavis-Nachricht wird via OFTP2 an einen Automobilzulieferer übertragen.
10. Welche EDI-Betriebsmodelle gibt es?
Jede Organisation hat eigene Anforderungen an IT-Betrieb, Skalierung und Governance. Deshalb bietet SEEBURGER unterschiedliche EDI-Betriebsmodelle – modular, kombinierbar und zukunftssicher.
Cloud-Service (Managed EDI in der SEEBURGER Cloud)
Die SEEBURGER Cloud bietet EDI als vollständig verwalteten Service – inklusive Plattformbetrieb, Partneranbindung, Monitoring und Support. Ideal für Unternehmen, die EDI auslagern und schnell skalieren möchten.
On-Premises (in der Infrastruktur Ihrer Wahl)
Unsere EDI-Lösung ist auch klassisch On-Premises verfügbar – zur Installation in Ihrer eigenen IT-Umgebung, in Ihrer Private Cloud oder in der Public Cloud Ihrer Wahl (z. B. Azure, AWS, Google Cloud). Sie behalten volle Kontrolle – wir liefern die Plattform.
iPaaS (Integrationsplattform as a Service)
Mit der SEEBURGER Integration Platform as a Service (iPaaS) kombinieren Sie kontrollierten Eigenbetrieb mit entlastender Auslagerung. Sie bestimmen, welche Komponenten Sie selbst betreiben – und welche wir für Sie übernehmen.
WebEDI (für nicht EDI-fähige Partner)
Das SEEBURGER WebEDI Supplier Portal ermöglicht es, auch Partner ohne eigene EDI-Infrastruktur anzubinden. Ihre Lieferanten erfassen oder empfangen EDI-Dokumente bequem über ein Webportal – sicher, skalierbar und benutzerfreundlich.
11. Wie geht zukunftssichere EDI-Integration mit KI-Unterstützung?
Die SEEBURGER Business Integration Suite (BIS) nutzt künstliche Intelligenz, um EDI-Prozesse effizienter und flexibler zu gestalten.
- KI-Orchestrierung:
Automatisierte Steuerung von Datenflüssen zwischen Systemen, KI-Modellen und Anwendern für erhöhte Produktivität und Compliance. - Kontextbasierte Assistenz:
Der SEEBURGER Integration Assistant (SIA) bietet benutzerfreundliche Unterstützung mit kontextbezogenen Erklärungen und Vorschlägen während des Integrationsdesigns. - Intelligentes Daten-Mapping:
KI-gestützte Vorschläge für Mapping-Logiken erleichtern die Erstellung und Wartung von Daten- und Nachrichtentransformationen. - Beschleunigtes Integrationsdesign:
SIA unterstützt beim schnellen Aufbau von Integrationsflüssen durch intelligente Empfehlungen und vordefinierte Rahmenbedingungen.
Diese KI-Funktionen ermöglichen eine zukunftssichere EDI-Integration, die sich an die dynamischen Anforderungen moderner Geschäftsprozesse anpasst.
12. Welche Kriterien entscheiden über den Erfolg eines EDI-Projekts?
Um ein EDI-Projekt erfolgreich im Unternehmen umzusetzen, sind drei Faktoren ausschlaggebend: Die volle Unterstützung durch das Management, ein professionelles Projektmanagement und eine exakte und klare Zieldefinition.
Managementunterstützung
Eine positive Haltung des Managements beeinflusst die Akzeptanz des Systems bei den Mitarbeitern wesentlich.
Die Unterstützung durch das Management ist der wichtigste Erfolgsfaktor bei der Einführung eines EDI-Projekts. Das gesamte Management ist über die betroffenen Fachabteilungen hinweg gefordert, Sinn und Zweck des EDI-Einsatzes zu verdeutlichen und aktiv in allen Bereichen zu unterstützen. Zu einem erfolgreichen Projektmanagement gehört auch ein gutes Change Management.
Die Priorität des EDI-Projektes im Unternehmen wird beispielsweise durch die Einführung eines klassischen Controllings durch übergeordnete Stellen von Beginn an für alle Mitarbeiter klar erkennbar. Darüber hinaus ist die zielgerichtete Kommunikation der Fortschritte an die verschiedenen Stakeholder in Ihrem Unternehmen von entscheidender Bedeutung.
Eindeutig definierte Berichtswege und Entscheidungsverantwortliche des Managements machen es für allen Beteiligten einfacher, die Projektabläufe zu verstehen und die richtigen Ansprechpartner zu finden.
Projektmanagement
Wesentlich für einen reibungslosen Projektablauf sind eine stringente Projektplanung und -steuerung, klare Aufgabenzuweisung durch die Projektleitung, hohe Führungsqualitäten und eine enge Zusammenarbeit mit dem EDI-Lösungsanbieter.
Das Einführungsprojekt muss mit den notwendigen personellen Ressourcen für alle Phasen der Einführung ausgestattet sein – angefangen von der Vorbereitung bis zur Endabnahme und Freigabe der Lösung. Die fachliche Qualifikation ist eine Grundvoraussetzung für alle Mitglieder eines EDI-Teams und IT-Schulungen der Mitarbeiter sind das A und O für eine erfolgreiche Software-Einführung.
In unserer SEEOcta-Blog-Serie gehen wir näher darauf ein, wie man ein Projekt erfolgreich managt.
Hiermit Hand in Hand geht die erforderliche Entscheidungskompetenz, die den Projektbeteiligten zugesprochen wird. Denn durch kurze Entscheidungswege und ausreichende Zeit- und Personalpuffer lässt sich ein gut einzuhaltender Zeitplan aufstellen und Termindruck vermeiden.
Exakte Zieldefinition
Das Projektziel muss eine eindeutige, vollständige und überprüfbare Beschreibung des Sollzustands beinhalten, der durch das EDI-Integrationsprojekt herbeigeführt werden soll.
Die exakte Definition der EDI-Projektziele stellt den Maßstab für die Zielerreichung dar und ermöglicht die Kontrolle der Zieleinhaltung während des gesamten Projektverlaufs.
Durch eine solche exakte Zieldefinition haben Sie somit
- eine gesicherte Planungs- und Aktionsgrundlage für den Projektleiter.
- einen Ausgangspunkt für den Aufbau der gesamten Projektplanung.
- eine Fixierung des Projektabschlusses.
Ein korrekt formuliertes Projektziel sollte erreichbar, realistisch und vollständig sein. Zudem muss das Ziel in seiner Richtigkeit fundiert sein, indem es widerspruchsfrei und prüfbar ist und keinen Raum zur Interpretation lässt. In der Zielformulierung sollten zudem mögliche Lösungen nicht von vornherein ausgeschlossen oder vorgegeben sein und es ist wichtig, immer alles zu dokumentieren.
Stellen Sie sich bei der Zielsetzung einfach folgende Fragen:
- Warum wird eine EDI-Lösung eingeführt? (Kostenaspekte, Transparenz, Compliance etc.)
- Was soll mit dem EDI-Projekt erreicht werden? (z.B. Steigerung der Lieferantenzufrieden, Beschleunigung der Prozesszeit, Verbesserung des Unternehmensimages am Markt)
- Wie tief soll die Integration erfolgen bzw. wie hoch soll der Grad der Automatisierung sein?
- In welchen Standorten und Ländern soll die EDI-Lösung betrieben werden?
13. Wie läuft ein EDI-Projekt methodisch ab?
Die Einführung von EDI erfordert fundierte Planung. Zwei Schritte bilden die Grundlage für einen erfolgreichen Projektstart:
1. Die Vorstudie – fundierte Entscheidungsgrundlage schaffen
Ziel der Vorstudie ist es, mit geringem Aufwand zu prüfen, in welchen Bereichen und mit welchen Mitteln die Einführung von EDI sinnvoll erscheint. Sie ermittelt:
- Bestehende Systeme und Prozesse (Ist-Zustand)
- Potenziale zur Prozessoptimierung durch EDI
- Interessen und Bereitschaft aktueller Geschäftspartner
- Zeitliche, organisatorische und technologische Rahmenbedingungen
- Erste Aufwandsabschätzungen für die Projektphasen
- Finanzielle Bewertung und Return-on-Investment-Szenarien
Ergebnis: Ein finanzorientierter Vorstudienbericht für das Management – als Grundlage zur finalen Projektentscheidung.
2. Anforderungskriterien und
Systemauswahl
Basierend auf dem Soll-Konzept werden technische, organisatorische und betriebswirtschaftliche Anforderungen abgeleitet – als Vorbereitung für ein strukturiertes Lastenheft.
Zu klärende Fragen:
- Welches Betriebsmodell ist sinnvoll – Inhouse, SaaS oder Hybrid?
- Welche technischen Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
- Welche Partner sollen angebunden werden?
Typische Bewertungskriterien:
- Implementierungskosten (einmalig)
- Betriebs-, Wartungs- und Transaktionskosten (laufend)
- Notwendige interne Ressourcen und Kompetenzen
- Skalierbarkeit und Zukunftsfähigkeit der Lösung
Tipp: SEEBURGER unterstützt bei Workshops zur Anforderungserhebung.
14. Wie läuft die technische EDI-Implementierung?
Die Implementierung der EDI-Lösung in Ihrem Unternehmen teilt sich in drei Phasen auf: die EDI-Konzeptphase, die EDI-Testphase und abschließend die Produktivsetzung sowie der Live-Betrieb. Diese strukturierte Einführung stellt sicher, dass Ihre EDI-Lösung nahtlos und effizient integriert wird.
Die EDI-Konzeptphase
Die EDI-Konzeptphase findet vor der Installation statt, um eine optimale Lösung zu erzielen. In dieser Phase können EDI-Standardeinstellungen in einer praxisnahen Umgebung installiert und die Parameter entsprechend getestet werden.
Im Rahmen der Konzeptphase erfolgt die
- Installation der EDI-Lösung auf dem Test-Server,
- Grundinstallation und -parametrisierung der EDI-Lösung,
- Überprüfung und ggf. Bereinigung der Stamm- und Bewegungsdaten,
- mögliche Anpassungen der Prozesse und der Schnittstellen,
- Fixierung und Dokumentation der Installation,
- Entscheidung über die Produktivsetzung der EDI-Lösung,
- Erstellung von Testszenarien und Testplänen mit entsprechenden Referenzdaten.
Die EDI-Konzeptphase ermöglicht den Projektinhabern, die Funktionen der Software und Dienste frühzeitig und ganzheitlich nachzuvollziehen. So können Sie ein umfassendes Verständnis für die EDI-Lösung und ihre technischen Möglichkeiten entwickeln.
Die EDI-Testphase
In der EDI-Konzeptphase wurden Testpläne und Referenzdaten definiert, welche nun in der EDI-Testphase intensiv mit den angeschlossenen Handelspartnern geprüft werden. In dieser Phase wird in einem iterativen Prozess ermittelt, ob und welche Korrekturen hinsichtlich des Prozesses bzw. der EDI-Lösung erforderlich sind. Diese Testläufe ziehen wiederum eine Änderung der Definition und Dokumentation des Gesamtsystems nach sich. Dieser Prozess endet schließlich mit Abnahme des Systems.
Produktivsetzung und Live-Betrieb
Ist die Testphase erfolgreich abgeschlossen, wechselt das EDI-System vom Testsystem ins Produktivsystem.
Projekterfahrungen haben gezeigt, dass es nach einem zweimonatigen Live-Betrieb sinnvoll ist, eine zusätzlich nachgelagerte Schulung für die Key-User, Administratoren und den Endanwender durchzuführen. So werden noch offene Fragen und eventuelle Anwendungsprobleme gelöst.
15. Wie gelingt die Migration von Altsystemen?
Wenn bestehende EDI-Systeme nicht mehr den Anforderungen an Sicherheit, Skalierbarkeit oder Flexibilität genügen, ist eine Ablösung unausweichlich. SEEBURGER begleitet Unternehmen bei der strukturierten und sicheren EDI-Migration zu einer modernen B2B/EDI-Integrationsplattform – on-premises, hybrid oder in der Cloud.
Die EDI-Migration erfolgt in fünf Phasen:
- Planung und Strategieentwicklung
Zielsetzung, Stakeholder-Abstimmung, Risikobewertung und Projektkommunikation – der Grundstein für eine transparente, tragfähige Migration. - Analyse und Design der Zielarchitektur
Bewertung bestehender Prozesse, Datenströme und Systeme. Entwicklung einer zukunftssicheren, Cloud-fähigen Zielarchitektur mit Fokus auf Integration, Sicherheit und Compliance. - Migrationsvorbereitung und Datenevaluierung
Erstellung von Migrations- und Testplänen, Schulung der Teams, Sicherstellung der Datenintegrität sowie der Prozesskontinuität. - Implementierung und Inbetriebnahme
Migration der Daten, Konfiguration der Prozesse, Übergang in die Zielumgebung inklusive Validierung durch Testläufe. - Post-Migration-Support und Optimierung
Stabilisierung, Monitoring und laufende Optimierung – damit Ihr EDI-System auch langfristig effizient und zuverlässig läuft.
SEEBURGER BIS Plattform: Für alle B2B/EDI-Prozesse – leistungsfähig, skalierbar und zukunftssicher.
16. Was ist EDI as a Service und für wen eignet es sich?
Die Umstellung von veralteten EDI-Systemen auf moderne Betriebsmodelle bietet Unternehmen mehr Agilität, geringeren Betriebsaufwand und bessere Skalierbarkeit. EDI as a Service (EDIaaS) steht dabei für die vollständige Auslagerung des EDI-Betriebs an einen spezialisierten Dienstleister.
Was ist EDI as a Service?
EDIaaS beschreibt die Bereitstellung, Verwaltung und Wartung der EDI-Infrastruktur durch einen Drittanbieter. Je nach Service Level Agreement übernimmt dieser nicht nur die technische Plattform (IaaS), sondern auch Konvertierung, Kommunikationswege, Partneranbindung und Monitoring.
Vorteile:
- Keine interne Infrastruktur notwendig
- Konzentration auf das Kerngeschäft
- Skalierbarkeit, Sicherheit und Compliance durch den Dienstleister
Betriebsmodelle im Überblick
SaaS (Software as a Service)
- Bereitstellung der EDI-Funktionalität über die Cloud
- Keine lokale Installation notwendig
- Anbindung an ERP- und CRM-Systeme durch den Anbieter
- Inklusive Sicherheit, Updates und Betrieb
Fully Managed Service
- Erweiterung von SaaS um operative Aufgaben
- Proaktives Monitoring, Incident Handling, Kapazitätsmanagement
- Hoher Automatisierungsgrad und SLA-basierte Betreuung
Cloud-EDI vs. WebEDI
Merkmal | Cloud-EDI | WebEDI |
Zielgruppe | Unternehmen mit vielen Partnern & Datenvolumen | Unternehmen mit geringer EDI-Erfahrung |
Bereitstellung | Über externe Cloud-Plattform | Web-Frontend durch Provider |
Betrieb | Vollständig ausgelagert | Keine lokale EDI-Software notwendig |
Flexibilität & Skalierung | Hoch | Eingeschränkt |
Systemanbindung | Voll integriert (ERP/CRM) | Nur Bestellersysteme |
Für wen ist welches Modell geeignet?
- Cloud-EDI eignet sich für Unternehmen mit komplexen Anforderungen, vielen Partnern und großen Datenvolumina.
- WebEDI ist ideal für kleinere Unternehmen oder Lieferanten, die keine eigene EDI-Infrastruktur betreiben, aber dennoch elektronisch kommunizieren möchten.
17. Worauf kommt es bei der Wahl eines EDI-Partners an?
Die Wahl des richtigen EDI-Integrationsanbieters ist entscheidend für die Zukunftsfähigkeit und Effizienz Ihrer digitalen Geschäftsprozesse. Achten Sie bei der Auswahl auf folgende Kriterien:
- Skalierbarkeit:
Die Lösung wächst mit Ihrem Unternehmen und passt sich flexibel an neue Anforderungen an. - Automatisierung:
Wiederkehrende Aufgaben – wie das Partner-Onboarding – laufen automatisiert ab, um Fehler zu minimieren und Ressourcen zu sparen. - Standards & Sicherheit:
Ein erfahrener Anbieter stellt sicher, dass alle branchenspezifischen Standards und gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden – bei maximaler Datensicherheit. - Integrationsfähigkeit:
Die Lösung lässt sich problemlos in Ihre bestehende Systemlandschaft integrieren – egal ob On-Premises oder Cloud. - Migrationskompetenz:
Bei einer Cloud-Migration unterstützt der Anbieter mit Fachwissen, Tools und einem eingespielten Consulting-Team. - Entlastung im Betrieb:
Aufgaben wie Monitoring, Wartung oder Compliance-Checks übernimmt der Dienstleister effizient – damit Sie sich auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren können.
18. FAQs rund um EDI
Häufige Fragen rund um die Implementierung eines EDI-Systems
Sie haben sich grundsätzlich entschieden, eine EDI-Lösung zur Automatisierung von Prozessen zwischen Ihren Geschäftspartnern und Ihrem Unternehmen zu implementieren. Doch wie fangen Sie an? Antworten auf die drängendsten Fragen zu den ersten Schritten in die EDI-Welt:
EDI ist relevant für Unternehmen jeder Größe, die regelmäßig Geschäftsdokumente digital mit Kunden, Lieferanten, Logistikdienstleistern oder Behörden austauschen möchten – branchenübergreifend, national und international.
Zu den häufigsten EDI-Nachrichten gehören:
- Bestellungen (ORDERS)
- Lieferscheine (DESADV)
- Rechnungen (INVOIC)
- Produktkataloge (PRICAT)
- Zoll- und Versandformulare
- Statusmeldungen und Rückmeldungen (APERAK, IFTMIN)
Der Aufwand hängt vom Umfang, der bestehenden Systemlandschaft und den Partnervorgaben ab. Mit vorkonfigurierten Branchenlösungen, Templates und Cloud-Services kann EDI auch im Mittelstand schnell und ressourcenschonend eingeführt werden.
Es gibt verschiedene internationale Standards, darunter EDIFACT, ANSI X12, VDA, TRADACOMS und XML/JSON. Der richtige Standard hängt von Branche, Region und Partneranforderungen ab.
EDI arbeitet typischerweise im Batch-Modus mit standardisierten Nachrichtenformaten. APIs ermöglichen flexible, modulare Echtzeitkommunikation. Moderne Integrationsstrategien kombinieren beide Technologien.
SEEBURGER setzt auf verschlüsselte Übertragungsprotokolle wie AS2 oder OFTP2, gesicherte Datenzentren, Audit-Trails und Compliance nach ISO 27001 und TISAX. EDI gilt als äußerst zuverlässige Integrationsmethode.
Ja. Mit Lösungen wie WebEDI oder Cloud EDI Services können auch kleinere Geschäftspartner ohne eigene IT-Infrastruktur an digitale Prozesse angebunden werden – einfach, schnell und skalierbar.
Von der Strategieentwicklung über Implementierung bis zum Betrieb: SEEBURGER bietet Beratung, Templates, technische Plattformen und optional Managed Services für alle Phasen eines EDI-Projekts.